Franz-Josef Lässer erneut Bahnweltmeister
Im letzten seiner drei Einsätze klappte es für den Steirer Franz-Josef Lässer mit dem Regenbogentrikot bei den Bahnweltmeisterschaften im Paracycling in Apeldoorn in den Niederlanden. Der 25-Jährige setzte sich im Scratch-Rennen durch, nachdem er zwei Tage zuvor Dritter im Ausscheidungsrennen wurde. Im Sprint wurde er am Samstag Siebter, verpasste dort um 41 Tausendstel den Finaleinzug. (Credit: Drew Kaplan/Cycling Austria)
"In den letzten Tagen ist echt viel schiefgelaufen, zum einen die Rennen, zum anderen kämpfte ich auch mit Magenproblemen. Dennoch hat jetzt im Scratch alles gepasst", erklärte der frischgebackene Weltmeister nach dem Rennen. Vor einem Jahr wurde er Vierter in dieser Disziplin, nachdem er zuvor drei Medaillen gewonnen hatte.
"Ich habe versucht das Rennen schnell zu halten, weil ich befürchtete, dass speziell die Niederländer attackieren, wenn das Tempo zu niedrig ist. Wir konnten dann zu viert ein erstes Loch aufreißen und haben dann fast das halbe Rennen benötigt, um die Plusrunde herauszufahren", blickte er auf den Verlauf zurück. Im Finale ging dann Lässer noch einmal in die Offensive.
"Ich wusste, dass ich noch einmal gehen musste. Jeder war am Limit und keiner ist mehr mitgekommen. Ich bin gefahren und wusste, ich muss durchhalten. Die Stimmung in der Halle war fantastisch und alle haben geschrien", erinnerte er sich. Der 25-Jährige hielt den Abstand aufs Feld und konnte dann jubelnd den Zielstrich überqueren und ließ seinen Gefühlen freien Lauf. Mit Tränen in den Augen nahm er die rot-weiß-rote Flagge und fuhr noch eine Ehrenrunde unter dem Applaus des Publikums.
Bis zum finalen Einsatz im Scratch waren es noch nicht die Weltmeisterschaften des Steirers, der zwar im Ausscheidungsrennen am Freitag eine Medaille erringen konnte, allerdings damit nicht zufrieden war. Denn eine heruntergefallene Kette verhinderte schon dort einen möglichen Titel. "Es ist natürlich bitter, wenn entschieden wird von der Jury, dass es mit weniger als vier Fahrern keine Neutralisation für einen Defekt gibt. Mir ist die Kette heruntergeflogen, was mich ärgert. Auf der anderen Seite muss ich halt froh sein, dass sich überhaupt eine Medaille noch ausgegangen ist, denn passiert mir das eine Runde früher, bin ich Vierter", erzählte Lässer nach dem Rennen. Der Österreicher hatte der Jury seinen Defekt angezeigt, doch mit der Auslegung das Rennen nicht für ihn mehr zu unterbrochen, war er in der vorletzten Elimination chancenlos.
Auch im Sprint fehlte ihm nicht viel auf eine Medaille, genauer gesagt trennten ihn 41 Tausendstel vom Finaleinzug. Denn die besten neun Fahrer aus der Qualifikation, zu denen Lässer als Siebter gehörte, wurden auf drei Semifinale aufgeteilt. Aus diesen erreichte aber nur der Laufsieger das Finale. "Ich habe mir etwas schwer getan, da ich auch viele der Gegner noch gar nicht kannte. In der Quali haben wir dann ein bisschen zu leicht gekettet, aber das hat gepasst. In meinem Semifinallauf bin ich dann von der letzten Position weggesprintet, habe mich aber etwas verpokert mit dem Windschatten und es reichte schlussendlich nicht", schilderte der Österreicher, der schlussendlich auf Rang sieben gewertet wurde in der Endabrechnung aufgrund seiner Qualifikation.
