Flacher Zeitfahrparcours und harte Straßenrennen

Zum dritten Mal in der über 100-jährigen Geschichte finden die Straßenweltmeisterschaften in Kanada statt. In Montreal, der größten Stadt in der Provinz Quebec, werden von 20. – 27. September in 13 Disziplinen die Regenbogentrikots und Medaillen vergeben. Der heimische Radsportverband Cycling Austria entsendet vier Athletinnen und neun Athleten zu den Wettkämpfen, darunter auch den Osttiroler Felix Gall, der zuletzt bei der Vuelta a Espana als Dritter am Gesamtpodium landete und damit heimische Radsportgeschichte schrieb. Foto: (Credit: Arne Mill/Cycling Austria)

Vor 52 Jahren, 1974, gastierten die Welttitelkämpfe im Straßenradsport zuletzt in Montreal, wo sich der Belgier Eddy Merckx sein drittes Regenbogentrikot sichern konnte, im Eliterennen der Männer, einem von damals vier Bewerben. Österreichs Topplatzierung damals war der sechste Rang im Mannschaftszeitfahren über 100 Kilometer. Rudolf Mitteregger landete dann noch im Rennen der Amateure auf Rang zwölf. Während das Rennen der Männer über 262,5 Kilometer über eine ziemlich ähnliche Distanz verfügte wie heute, wartet auf die Frauen die dreifache Distanz am 26. September.

In beiden Straßenrennen erfolgt 2026 der Start in Brossard und nach einer Anfahrt von 112,4 Kilometern geht es dann auf den finalen Rundkurs bei den Männern, bei den Frauen nach 72,8 Kilometern. Auf die Frauen warten dann noch acht Schlussrunden ehe die Gesamtdistanz von 180 Kilometern absolviert ist, was bedeutet, dass es in der Geschichte der Weltmeisterschaften das längste Rennen aller Zeiten ist.

"Besonders der Rundkurs mit seinen drei Anstiegen wird das Rennen prägen. Wir erwarten daher in allen Kategorien einen sehr selektiven Rennverlauf. Für diese sind wir gut aufgestellt, denn unsere Athletinnen und Athleten haben die gesamte Saison über für zahlreiche Topergebnisse gesorgt. Außerdem haben wir einen guten Mix aus Talent und Erfahrung," blickte Cycling Austria Sportdirektor Roland Pils auf das Straßenhighlight voraus.

Platzierungen in den Top Ten sind die messbaren Ziele für das 13-köpfige Aufgebot, von denen Christina Schweinberger die Wettkämpfe am Sonntag im Einzelzeitfahren eröffnet wird. Im Gegensatz zu den Straßenrennen ist der Zeitfahrparcours eher flach angesiedelt und sollte der 29-Jährigen entgegenkommen. Für die Tirolerin ist es das erste Rennen seit ihrem Sturz auf der ersten Etappe der Tour de France Femmes, wo sie sich einen Handgelenksbruch zuzog. Das Zeitfahren der Frauen ist der erste Bewerb der Weltmeisterschaften und führt über eine Länge von 39,9 Kilometern. Am Tag darauf wartet dann auf Tabea Huys das Zeitfahren der U23 Frauen. Die Tirolerin steht zum vierten Mal in Folge im rot-weiß-roten Aufgebot und landete 2024 auf dem sechsten Rang im Kampf gegen die Uhr, vor einem Jahr in Kigali wurde sie Neunte.

Seine WM-Premiere wird der erst 16-jährige Oberösterreicher Niklas Wiesmayr im Zeitfahren der Junioren am Dienstag geben. Das junge Talent, welches vor einem Jahr beim Youth Olympic Festival in Nordmazedonien eine Goldmedaille im Straßenrennen erringen konnte, gehört zu den großen Zukunftshoffnungen im heimischen Radsport. “Als erstjähriger Junior gleich zum WM-Aufgebot zu gehören, spricht sowohl für seine herausragenden Anlagen als auch für die starken Leistungen, die er die gesamte Saison über gezeigt hat.“, schilderte Pils.

Die Straßenrennen beginnen dann ab Donnerstag, mit Ausnahme der Kategorie der Juniorinnen ist Österreich in jedem Bewerb vertreten.

Das Aufgebot von Cycling Austria für Montreal:

Tabea Huys / U23 / 20 Jahre / Tirol / Lidl - Trek Katharina Sadnik / Elite / 22 Jahre / Kärnten / Visma – Lease a Bike Carina Schrempf / Elite / 31 Jahre / Steiermark / SD Worx – Protime Christina Schweinberger / Elite / 29 Jahre / Tirol / Fenix – Premier-Tech Anatol Friedl / U23 / 19 Jahre / Steiermark / Red Bull Bora – hansgrohe Rookies Felix Gall / Elite / 28 Jahre / Tirol / Decathlon CMA CGM Felix Großschartner / Elite / 32 Jahre / Oberösterreich / UAE Emirates XRG Michael Hettegger / Junioren / 18 Jahre / Salzburg / Lidl – Trek Junior Racing Valentin Hofer / U23 / 19 Jahre / Oberösterreich / Bahrain – Victorious Development Patrick Konrad / Elite / 34 Jahre / Niederösterreich / Lidl - Trek Michael Ortner / Junioren / 18 Jahre / Tirol / velo.crew Popaflow Niklas Wiesmayr / Junioren / 16 Jahre / Oberösterreich / Decathlon CMA CGM U19 Santiago Wrolich / Junioren / 18 Jahre / Kärnten / Team Tiepolo U19 Devo NSN

Das WM-Programm in Montreal: (Alle Startzeiten in MEZ)

Sonntag, 20. September 15:00 Uhr: Einzelzeitfahren Frauen Elite, 39,2 Kilometer (mit Christina Schweinberger) 18:45 Uhr: Einzelzeitfahren Männer Elite, 39,2 Kilometer Montag, 21. September 15:00 Uhr: Einzelzeitfahren Frauen U23, 20,5 Kilometer (mit Tabea Huys) 18:00 Uhr: Einzelzeitfahren Männer U23, 31,9 Kilometer Dienstag, 22. September 14:30 Uhr: Mixed-Staffel, 41,7 Kilometer 18:15 Uhr: Einzelzeitfahren Junioren, 20,5 Kilometer (mit Niklas Wiesmayr) 21:15 Uhr: Einzelzeitfahren Juniorinnen, 10,9 Kilometer Donnerstag, 24. September 15:00 Uhr: Straßenrennen Frauen U23, 134,5 Kilometer (mit Tabea Huys) 19:30 Uhr: Straßenrennen Junioren, 134,5 Kilometer (mit Hettegger, Ortner, Wiesmayr, Wrolich) Freitag, 25. September 15:00 Uhr: Straßenrennen Männer U23, 174,8 Kilometer (mit Anatol Friedl und Valentin Hofer) 20:15 Uhr: Straßenrennen Juniorinnen, 80,6 Kilometer Samstag, 26. September 15:00 Uhr: Straßenrennen Frauen Elite, 180 Kilometer (mit Sadnik, Schrempf und Schweinberger) Sonntag, 27. September 15:00 Uhr: Straßenrennen Männer Elite, 273,2 Kilometer (mit Gall, Großschartner und Konrad)