Lukas Kaufmann krönt sich in der Heimat zum Weltmeister
Er hat es geschafft: Der Oberösterreicher Lukas Kaufmann holte sich mit neuem Streckenrekord beim Race Around Austria (RAA) nach 3 Tagen 8 Stunden 8 Minuten den WUCA-Weltmeistertitel im Ultracycling 2026. Der zweifache Familienvater gewann nach einem perfekten Rennen vor dem Deutschen Sebastian Trimborn (3 Tage 12 Stunden 32 Minuten) und dem Lokalmatador aus Ampflwang Simon Harringer (3 Tage 12 Stunden 57 Minuten). (Copyright: RAA/Jure Gasparic)
Bei der 18. Auflage des Race Around Austria über 2.000 Kilometer rund um Österreichs, dem emotionalsten Radrennen Europas, purzelte der bisherige Streckenrekord, den Christoph Strasser 2020 mit 3 Tagen 11 Stunden 26 Minuten aufgestellt hatte. Lukas Kaufmann, der nach zwei zweiten Plätzen beim Race Across America heute den größten Erfolg seiner Karriere sicherte, kam gegen fünf Uhr früh im Zielort St. Georgen im Attergau an und war damit mehr als drei Stunden schneller als der Steirer. "Ich kann es noch gar nicht realisieren. Ich war beim RAA schon zwei Mal Vierter - diesen Platz wollte ich auf keinen Fall wiederholen. Von Beginn an schlug ich ein hohes Tempo an. Ich wollte lieber erhobenen Hauptes eingehen, als gleich von Beginn an zu viel Zeit zu verlieren; aber das ist zum Glück nicht passiert", freute sich Kaufmann im Ziel.
Der zweifache Familienvater lieferte ein perfektes Rennen ab: "Natürlich gab es auch Phasen, wo es nicht so gelaufen ist. Aber ich konnte mich immer schnell von den Tiefs erholen. Jetzt bin ich so froh, dass die Quälerei vorbei ist. Unglaublich war das Zuschauerinteresse: Es standen so viele Leute mit Transparenten und Kuhglocken vor allem auf den Bergen, das brachte so viel zusätzliche Motivation." Der Kronstorfer ist in der Geschichte des RAA auch erst der zweite Sieger aus Oberösterreich, 2022 siegte Sebastian Michetschläger.
Deutscher holt Silber
In der Anfangsphase des Rennens lieferte sich der 25-jährige Deutsche Sebastian Trimborn mit Kaufmann ein hartes Duell. Doch spätestens ab den Bergen spielte der Oberösterreicher seine Klasse aus und setzte sich sukzessive ab. Doch Trimborn, der mit dem RAA sein erstes Rennen mit Betreuerteam fuhr, war mehr als happy: "Es war ein super Rennen und ich bin absolut zufrieden mit der Silbermedaille. Auch wenn es richtig heiß war, die Schlaftaktik konnten wir perfekt umsetzen. Für mich war unglaublich, wie viele Leute an der Strecke standen. Es war ein mega geiles Rennen!"
Lokalmatador Harringer gewinnt WM-Bronze
Im Vorjahr gewann Simon Harringer, der Kapellmeister aus Ampflwang, bei seiner Premiere das RAA 1.500. Heuer nahm er erstmals die EXTREME-Variante über 2.200 Kilometer und 30.000 Höhenmeter in Angriff. Und es hat sich mit dem Gewinn der WM-Bronzemedaille ausgezahlt. Erst seit drei Jahren fährt er Ultra-Radrennen, nachdem er in der Jugend nach einem zu intensiven Lebensstil über 130 Kilogramm auf die Waage brachte. Jetzt jubelte er über den dritten Platz beim RAA: "Es ist unglaublich, ich freue mich total. Die ersten 33 Stunden waren extrem hart, ich wollte schon aufhören. Ich weiß nicht wie, aber irgendwie konnte ich mich aus dem Tief befreien."
