Arlberg Giro 2026 feiert den Radsport
Von 31. Juli bis 2. August 2026 gehört St. Anton am Arlberg wieder den Rennradfahrer:innen. Zum 14. Mal wird der Arlberg Giro ausgetragen – und erneut zeigt sich: Die Begeisterung für dieses Rennen ist ungebrochen. Der Hauptbewerb mit 1.500 Starter:innen ist seit Anfang des Jahres vollständig ausgebucht. Wer dennoch Teil des Rennwochenendes sein möchte, bekommt beim St. Anton Night Sprint am Freitagabend die Möglichkeit dazu. Ein weiterer Höhepunkt ist das Internationale Radkriterium am Samstagabend, das Radsport mitten ins Ortszentrum bringt. Neu ist in diesem Jahr außerdem das Women’s Cycling Camp mit Elena Roch. Im Interview erzählt die Ultracyclistin von herausfordernden Rennmomenten.
Bereits ab Freitag, 31. Juli 2026, steht St. Anton am Arlberg ganz im Zeichen des Rennrads. Den Auftakt macht eine gemeinsame Ausfahrt mit Coach und Ex-Rennfahrer Mathias Nothegger. Über das gesamte Wochenende hinweg wird eine Expo-Area zum Treffpunkt für alle Teilnehmer:innen. Hier wird deutlich, worum es beim Arlberg Giro neben Höhenmetern und Rennzeiten ebenso geht: um Freude an der Bewegung, um Gemeinschaft und um die besondere Stimmung, die entsteht, wenn ein ganzer Ort den Radsport lebt.
Startplätze beim St. Anton Night Sprint
Ein besonderer Programmpunkt ist der St. Anton Night Sprint am Freitagabend. Nach seiner erfolgreichen Premiere geht der Bewerb heuer in die zweite Runde. Neu ist, dass die Teilnahme erstmals nicht an einen Startplatz beim Arlberg Giro gebunden ist. Das Format ist kurz, intensiv und publikumsnah. Gefahren wird im Ortszentrum von St. Anton am Arlberg, wenn die Vorfreude auf das große Rennwochenende überall spürbar ist. Kurzentschlossene können sich aktuell noch einen Startplatz sichern – unabhängig von einer Teilnahme am Arlberg Giro.
Profiradsport mitten im Ortszentrum
Am Samstagabend, 1. August 2026 wartet mit dem Internationalen Radkriterium ein weiterer Höhepunkt. Ab 18.15 Uhr verwandelt sich die Fußgängerzone von St. Anton am Arlberg in eine Rennstrecke für Athlet:innen. Die Zuschauer:innen haben die Möglichkeit, Radsport aus nächster Nähe zu erleben. Davor stehen am Samstag unter anderem Ausfahrten mit Mathias Nothegger und Elena Roch, die traditionelle Pastaparty und das Fahrer:innenbriefing auf dem Programm. So steigt die Vorfreude Schritt für Schritt, bevor sich die Fahrer:innen des 14. Arlberg Giro am frühen Sonntagmorgen auf den Weg machen.
142 Kilometer, 2.400 Höhenmeter und echte Leidenschaft
Der Arlberg Giro bleibt auch 2026 eine sportliche Aufgabe, die Respekt verlangt. Auf die Teilnehmer:innen warten 142 Kilometer und mehr als 2.400 Höhenmeter. Da die Silvretta-Hochalpenstraße weiterhin bis 2030 gesperrt bleibt, führt die Strecke erneut über die bewährte Ausweichroute. Vom Start in St. Anton am Arlberg geht es zunächst hinauf auf den Arlbergpass. Bereits dieser erste Anstieg mit Steigungen von bis zu 13 Prozent fordert Kraft und Konzentration. Danach führt die Strecke ins Klostertal, weiter ins Montafon, über das Ganifertal und den Kops-Stausee ins Paznauntal sowie durch das Stanzertal zurück nach St. Anton am Arlberg. Die alpine Landschaft, die anspruchsvollen Passagen und die vielen Zuschauer:innen entlang der Strecke machen das Rennen zu einem besonderen Erlebnis für Fahrer:innen und Publikum. Als Teil des Tiroler Rennrad-Cups ist der Arlberg Giro zugleich eine der markanten Stationen einer Rennserie, die ambitionierte Rennradfahrer:innen durch ganz Tirol führt.
Ultracycling-Weltmeisterin Elena Roch im Gespräch
Eine Besonderheit, die den Arlberg Giro auszeichnet, ist die unmittelbare Begegnung mit großen Namen des Rennradsports. Hier fahren Amateursportler:innen und Profiradfahrer:innen Seite an Seite. In diesem Jahr ist Elena Roch mit von der Partie, die sich auf den härtesten Ultracycling-Strecken international einen Namen gemacht hat. Ihre Rennen führten sie unter anderem zur 24h-Zeitfahr-WM nach Borrego Springs in den USA, zum B-Hard Ultra Race durch Bosnien und Herzegowina sowie über die 2.200 Kilometer des Race Around Austria. Die Ultracyclistin ist eine der Gründerinnen von VibeCycling. Gemeinsam mit Julia Blum bietet sie diverse Camps in Österreich und Italien an. Das Women’s Cycling Camp in St. Anton am Arlberg findet von 29. Juli bis 2. August 2026 im Hotel Alte Post****s statt.
„Wir haben ein sportliches Programm zusammengestellt. Neben gemeinsamen Ausfahrten erwarten die Frauen auch eine Pilates-Einheit zur Regeneration. Generell steht die Gemeinschaft im Vordergrund. Wir wollen Frauen darin stärken, sich mehr zuzutrauen – auf dem Rad, aber auch darüber hinaus. Es entsteht eine Community, in der sich die Teilnehmerinnen austauschen und gegenseitig motivieren“, so Roch.
Insgesamt ist in den vergangenen Jahren ein wachsendes Interesse von Frauen am Radsport zu beobachten. Immer mehr Frauen schwingen sich in ihrer Freizeit in den Sattel. Die Verbindung aus körperlicher Anstrengung, Naturerlebnis und mentaler Freiheit spricht zunehmend auch weibliche Radsportbegeisterte an. „Der Sport war lange Zeit sehr männerdominiert, aber das ändert sich. Je mehr Frauen als Vorbilder sichtbar werden, desto mehr junge Mädchen kann man auch für den Sport begeistern“, ist Elena Roch überzeugt.
Der Arlberg Giro bildet den sportlichen Höhepunkt des VibeCycling Camps, das auch einen Vortrag von Elena Roch über Ultracycling und mentale Stärke beinhaltet. Ihr Tipp für herausfordernde Momente beim Sport: „Zum einen sollte man versuchen, den Fokus bewusst auf etwas anderes zu lenken, zum Beispiel auf die Landschaft. Was für mich außerdem eine sehr große Rolle spielt, ist die Zielsetzung. Die Frage nach dem Warum sollte man sich vorher beantworten – dann weiß man in Tiefphasen, warum es sich lohnt, nicht aufzugeben.“
Elena Roch selbst liebt das Abenteuer. Genau deshalb hat sie sich für das Ultracycling entschieden. „Ich finde es faszinierend zu sehen, wo die eigenen Grenzen liegen. Wenn man eine ganze Nacht durchfährt oder mehrere Tage hintereinander unterwegs ist, erlebt man Höhen und Tiefen. Für mich ist es immer wieder spannend zu sehen, wie man sich selbst aus diesen Tiefphasen herausholen kann.“ Dieses Wissen wird Elena Roch beim Women’s Cycling Camp in St. Anton am Arlberg weitergeben.
