10 Jahre Kufsteinerland Radmarathon
Der Kufsteinerland Radmarathon feiert von 21.-23. August 2026 sein 10-jähriges Jubiläum. Was 2016 mit der Idee begann, die Rennradregion Kufsteinerland sportlich erlebbar zu machen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem Fixpunkt im heimischen Radsportkalender entwickelt.
Beim Medientalk in der Panorama 1830 Sky Bar im Auracher Löchl Kufstein anlässlich der 10-jährigen Jubiläumsausgabe des Kufsteinerland Radmarathons trafen Veranstalter, Partner und mit Tjebbe Kaindl ein heimischer Weltklasseathlet aufeinander. Die zahlreich erschienenen Medienvertreter:innen erhielten Einblicke in die Entwicklung des Events, die Entstehung erfolgreicher Partnerschaften und die Welt eines Topathleten mit Ziel Olympia 2028.
Medientalk zum Jubiläum – Über Entwicklung, erfolgreiche Partnerschaften und neue Kooperationen
Was 2016 mit rund 350 Teilnehmer:innen aus vier Nationen begann, hat sich zu einem Fixpunkt im Tiroler Radsportkalender entwickelt. Veranstalter Frank Rietzler von RC Radsportevents Tirol blickte auf die Anfänge des Kufsteinerland Radmarathons zurück. Von Beginn an sei klar gewesen, dass das Event nicht über extreme Streckenführung, sondern über Qualität und Sicherheit wachsen müsse. „Unser Ziel war immer eine Veranstaltung mit hoher Qualität und maximaler Sicherheit. Bei unserer Vision von 1.500 Teilnehmer:innen sind wir heute angekommen“, so Rietzler. Rund 130 Personen arbeiten mittlerweile an der Umsetzung mit, inklusive Streckenposten. Für den Veranstalter ist der Radmarathon längst ein Ganzjahresprojekt. Auch sportlich wird die Jubiläumsausgabe weiter aufgewertet. 2026 ist der Kufsteinerland Radmarathon gemeinsam mit dem Imster Radmarathon und dem Arlberg Giro erstmals Teil des Tiroler Rennrad Cups. Dies ermöglicht den Teilnehmer:innen neben dem vergünstigten Renngeld, vor allem einen sicheren Startplatz. Ab 2027 soll zudem die Dolomitenrundfahrt Teil der Serie werden.
Für Georg Hörhager, Obmann des Tourismusverbandes Kufsteinerland, zeigte sich bereits im ersten Jahr vom Radmarathon 2016 der besondere Zusammenhalt in der Region. Weil in Kufstein zeitgleich eine große Veranstaltung stattfand, wurde der Start kurzerhand nach Ebbs verlegt. „Eine Absage stand nie im Raum. Dann starten wir eben bei mir“, erinnert sich Hörhager an die erste Ausgabe. Heute sieht er den Radmarathon als starkes Signal für die gesamte Region: „Das Kufsteinerland hat eine enorme Qualität für den Radsport. Es erfüllt mich mit Stolz, dass sich diese Qualität auch im Lebensraum widerspiegelt. Wo wir uns wohlfühlen, fühlen sich auch unsere Gäste wohl.“ Die Stärke des Events liege dabei auch in den Partnerschaften. Regionale und überregionale Betriebe, Vereine sowie auch die Bike-Geschäfte würden den Radmarathon mittragen und gleichzeitig selbst davon profitieren. „Diese Partnerschaften sind spürbar und prägen den Radmarathon“, so Hörhager.
Lina Schneeweiß, Themenmanagerin beim Tourismusverband Kufsteinerland, betonte die Rolle des Tourismusverbandes als Schnittstelle zwischen Veranstalter, Region, Infrastruktur und Kommunikation. Neben dem Destinationsmarketing gehe es auch um Beschilderung, Kartenmaterial, Sichtbarkeit in wichtigen Quellmärkten und die Einbindung regionaler Partner. „Internationale Radsport-Großereignisse wie die Straßenrad-WM 2018 oder die Tour of the Alps strahlen weit über die Region hinaus und zeigen, dass das Kufsteinerland Radsport kann“, betonte Schneeweiß. Wichtig sei ihr auch ein Rahmenprogramm, das nicht nur auf Profisportler:innen ausgelegt ist. Am Freitag organisiert der URC Ebbs das traditionelle Aschinger Alm Gaudirace, ein Warm-Up mit Bergsprint-Charakter. Am Samstag folgen unterschiedliche Einradelrunden, wie auch in der Kufsteiner Innenstadt ein Konzert von „Alp Folk“, wo die Musik perfekt zur sommerlichen Stimmung passt. Neben den klassischen Strecken wird auch die E-Bike-Runde bewusst als Angebot für Genussradler:innen positioniert. Neu ist 2026 zudem eine Handbike-Kategorie auf der Panoramarunde, mit dabei der frühere Rennradfahrer Benjamin Hundsbichler als starkes Aushängeschild. Der Renntag wird außerdem per Livestream auf K19 übertragen, genauso wie im Start- & Zielbereich.
Profi-Triathlet Tjebbe Kaindl, der trotz dichtem Rennkalender am Medientalk teilnahm, brachte die Perspektive des Spitzensports ein. Der Bad Häringer kennt das Kufsteinerland seit seiner Kindheit als Trainingsgebiet und nutzt die Region bis heute für seine Vorbereitung. „Wir haben hier extrem vielfältige Trainingsbedingungen für alle Disziplinen eines Triathleten. Jetzt im Sommer bevorzuge ich vor allem das Schwimmen in den Seen“, so Kaindl. Sein großes Ziel: die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Bis dahin stehen für ihn weltweite Rennen auf dem Programm – von Walchsee über Hamburg und London bis hin nach Kanada, Südkorea, Japan und Saudi-Arabien.
Ein zentrales Thema des Medientalks war auch die wachsende Sichtbarkeit von Frauen im Radsport. Leonie Schulte von der Münchner Rennradcommunity female cycling force berichtete von ihrer Entwicklung, die 2021 aus wenigen gemeinsamen Ausfahrten entstand und heute mit rund 15 Guides, regelmäßigen Rides, mehreren Standorten und eigener Werkstatt in München aktiv ist. Beim Kufsteinerland Radmarathon liegt der Frauenanteil laut Schneeweiß mittlerweile bei rund 20 bis 25 Prozent. „Uns geht es darum, die Barriere Wettbewerb herauszunehmen. Viele Frauen wollen gemeinsam starten, Erfahrungen teilen und Sicherheit gewinnen. Genau dafür schaffen wir Räume“, erklärte Schulte. Zum Jubiläum und zur Kooperation gehören ein gemeinsames Einradeln, Austauschformate rund um das erste Rennen, Social-Media-Sichtbarkeit und allen voran die Freude am Rennradfahren.
Wie regionale Partnerschaft, Sport und Produktentwicklung zusammenfinden, zeigte Lisa Luginger-Bichler von der Schwoicher Brauerei Bierol. Mit OHA hat Bierol ein alkoholfreies Bier entwickelt, das besonders im Sportkontext funktioniert. „Bierbrauen und Radsport haben mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick denkt: Beides braucht Ausdauer, Leidenschaft und Präzision“, zeigte sich Luginger-Bichler überzeugt vom perfekten Match. Alkoholfreies Bier entspreche dem veränderten Konsumverhalten und passe zum Wunsch vieler Menschen, bewusster zu leben und trotzdem zu genießen. Gemeinsam mit Sportlern wie Lukas Pöstlberger und Handbiker Benjamin Hundsbichler sowie Ernährungswissenschaftlern wurde lange an einem Getränk gearbeitet, das isotonisch ist, wenig Zucker enthält, natürlich gebraut wird und schmeckt. Für Bierol ist die Partnerschaft mit dem Kufsteinerland die perfekte Ergänzung im Regionalmanagement: „Die Zusammenarbeit auf Augenhöhe sind für uns eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für solche Projekte.“ Das neue, alkoholfreie Pale Ale OHA wurde für den Kufsteinerland Radmarathon exklusiv unter dem Namen „N0, LIMIT“ herausgebracht und ist ausschließlich über den TVB Kufsteinerland erhältlich.
Einen abschließenden Einblick in die Zukunft des Radbaus präsentierten die zwei Vorarlberger HTL-Schüler Vincenz und Adrian von Woodberg. Im Zuge ihrer Diplomarbeit entwickelten sie ein Rennrad aus Holz-Carbon-Verbund. Das Rad in Holzoptik soll beim Kufsteinerland Radmarathon sein erstes Rennen absolvieren, danach ist der Start beim Ötztaler Radmarathon geplant. „Holz bringt Schlagfestigkeit und Charakter mit, Carbon sorgt für die nötige Leichtigkeit. Aus dieser Kombination lässt sich nahezu jeder Rahmen individuell bauen“, erklärten die beiden Schüler.
Aktuell sind für den Kufsteinerland Radmarathon bereits 1.200 Startplätze vergeben, inklusive Tiroler Rennrad Cup. Lina Schneeweiß‘ Appell lautet daher: „Schnell sein beim Anmelden und für alle anderen: Kommt’s vorbei!“.
Weitere Informationen sind auf der Veranstalter-Homepage zu finden.
