Viele Rekorde beim 34. Neusiedler See Radmarathon
Der 34. Neusiedler See Radmarathon powered by Burgenland Tourismus, wo 2029 erstmals in Österreich eine Amateur-Weltmeisterschaft stattfindet, brach an diesem Wochenende einige Rekorde: Noch nie waren mit 2.600 so viele Radsportler aus 45 Nationen am Start und der alte Streckenrekord wurde um gleich neun Minuten verbessert! Für die sportlichen Akzente sorgten der Vorjahressieger Gracjan Szelag und die Slowakin Alica Bradlerova. Bester Österreicher wurde Staatsmeister Anton Erlbacher als Dritter.
Der Radmarathonauftakt in Österreich war ein voller Erfolg: Über 2.600 Radsportler:innen aus 45 Nationen bestritten den 34. Neusiedler See Radmarathon powered by Burgenland Tourismus (NRM). Dort, wo 2029 zum ersten Mal eine UCI Gran Fondo Weltmeisterschaft in Österreich stattfindet, gab es damit einen neuen Teilnehmerrekord. Das bejubelte neben OK-Chef Hannes Hessenberger auch der neue Botschafter Ivan Basso. Der zweifache Sieger des Giro d'Italia war vom Event begeistert: "Der Neusiedler See Radmarathon ist mit Sicherheit einer der schönsten der weltweiten Gran Fondo Series, der Top-Liga für die weltbesten Amateur- und Masters-Radsportler. Es waren tolle Tage hier im Burgenland. Mit Österreich, wo ich mein überhaupt erstes Profirennen gewann, verbinde ich so viele schöne Momente." Das besondere in diesem Jahr beim NRM war zudem, dass sich die Teilnehmer nicht nur für die Amateur-WM in Japan sondern auch erstmals für die Europameisterschaft in Italien qualifizieren konnten.
Alle Augen auf den Doppelolympiasieger Benjamin Karl gerichtet
Snowboard-Crack Benjamin Karl absolvierte heute nach seinem Rücktritt vom Snowboardsport sein erstes Radrennen. Er wurde nicht nur von vielen Radfans, sondern auch von seinen prominenten Mitstreitern Ivan Basso, Rene Haselbacher, Johnny Hoogerland und Ex-Skispringer Martin Koch beobachtet. Auf der klassischen Radmarathonstrecke rund um das UNESCO Weltkulturerbe über 125 Kilometer und 600 Höhenmeter ging es gleich vom Start weg bei perfekten Bedingungen mit viel Sonne und wenig Wind richtig zur Sache. Bei extrem hohen Tempo dauerte es durch die pannonische Tiefebene. Das Tempo war enorm, das große Spitzenfeld legte die ersten eineinhalb Stunden mit knapp 47km/h zurück!
Vorjahressieger siegt erneut
Rund 50 Kilometer vor dem Ziel setzten sich Ex-Radprofi Maximilian Kuen und Ex-Amateurstaatsmeister Rene Pammer ab, wenig später konnten weitere Fahrer aufschließen. Sieben Spitzenfahrer näherten sich dem Zielort Mörbisch und es kam zum packenden Zielsprint, wo der polnische Vorjahressieger Gracjan Szelag nach 2:41,47 Stunden erneut nicht zu schlagen war. Damit unterbot er seinen im Vorjahr aufgestellten Streckenrekord von 2:50,48 Stunden klar: "Es war ein sehr guter Tag und danke an mein Team Walbet, das gemeinsam mit RH77 Factory Racing das Rennen bestimmt hat. Der NRM liegt mir und mein Fokus gilt jetzt klar der WM 2029." Zweiter wurde der Belgier Willem van den Borne vor Amateur-Staatsmeister Anton Erlbacher, der mit Rang drei die Ehre von RH77 Factory Racing rettete. Die stark fahrenden Rene Pammer und Max Kuen belegten die Ränge sechs und sieben.
Bei den Damen siegte die 25-jährige Slowakin Alica Bradlerova ebenalls nach einem High-Speed-Rennen mit 3:03 Stunden. Sie verwies die Polin Martyna Wisniewska und die Slowakin Lenka Rusnak klar auf die Plätze. Als beste Österreicherin landete Anna Haditsch an der siebenten Stelle.
Benjamin Karl mit technischen Problemen
Doppel-Olympiasieger Benjamin Karl beendete seine Radpremiere nach seinem Rücktritt vom Snowboard-Sport an der 64. Stelle mit rund vier Minuten Rückstand: "Über den ersten Hügel nach dem Start kam ich gut rüber. Bis Kilometer 85 lag ich in der ersten Gruppe - der Speed war mega, aber genau so etwas taugt mir. Dann habe ich kurz mit Rene Haselbacher geplaudert und mich dann leider an seinem Hinterrad aufgehängt, dadurch war die Felge ramponiert und ich musste kurz vom Rad. Die Gruppe war weg, aber bis ins Ziel konnte mich die nächste nicht mehr einholen. Es war ein super Rennen mit durchgehend 300 Watt."
Deutscher Sieg beim Zeitfahren vor Weltmeister Hochstrasser
Gestern wurde das Radmarathonwochenende in Mörbisch mit dem 5. Kids Race und dem 15. Mörbischer Zeitahren - das erstmals auch zur Austria Top Tour, der größten Radmarathonserie Österreichs zählte - eröffnet. Bei Traumwetter nahmen über 400 Radsportler:innen das mittlerweile zweitgrößte Einzelzeitfahren Österreichs in Angriff. Dabei gab es bei den Männern nach 26 Kilometern und 200 Höhenmetern ein Duell der Top-Favoriten: Der amtierende Zeitfahr- Gran Fondo Weltmeister Daniel Hochstrasser aus Oberösterreich musste sich dem ehemaligen deutschen Radprofi Julian Braun um sieben Sekunden geschlagen geben. Der 30-jährige Braun siegte mit einer Fahrzeit von 34:41.7 Minuten, Dritter wurde Martin Geretschnig. Bei den Damen siegte die Polin Ewelina Wolos mit einer Zeit von 38:51.2 Minuten klar vor ihrer Landsfrau Martyna Wisniewska und der Deutschen Adelheid Schütz. "Es war hart wie immer und ordentlich windig. Die sieben Sekunden Rückstand auf Julian Braun sind zu verschmerzen, denn er hat schon öfters die Elite-Wertung beim King of the Lake gewonnen", sagte Hochstrasser. Beim Paarzeitfahren gab es einen Triumph für das RH 77 Factory Racing Team: Max Kuen und Anton Erlbacher distanzierten Staatsmeister Rene Pammer und Christian Oberngruber um wenige Sekunden.
Positive Bilanz des OK-Chefs
Im Jahr 2018 hat Hannes Hessenberger die Leitung des Neusiedler See Radmarathons übernommen. Seither gingen die Starterzahlen sukzessive nach oben, der NRM ist seit einigen Jahren auch Teil der UCI Gran Fondo World Series und sein Engagement gipfelt 2029 mit der Ausrichtung der ersten Amateur-WM in Österreich: "2.600 Starter an diesem Wochenende, das ist ein neuer Rekord. Ein großes Danke an die 115 Mitarbeiter, die für ein tolles Event sorgten. Und natürlich möchte ich mich bei allen Partnern und Sponsoren, an der Spitze dem Land Burgenland und Burgenland Tourismus, bedanken."
